Echnaton und Tutenchamun

Unter der Herrschaft des Pharaos Echnaton (1351 – 1334 v. Chr.) und seiner Frau Nofretete erlebte Ägypten einen tiefgreifenden religiösen Wandel. Echnaton führte den Kult des Sonnengottes Aton als eines einzigen Schöpfers ein und versuchte damit die Vielfalt des Ägyptischen Götterhimmels zu ersetzen. Mehr und mehr ließ Echnaton sich selbst auch als Sonnengott anbeten. Er gründete auch eine neue Hauptstadt mit dem Namen Amarna.
Bekanntestes Zeugnis dieser ist ist die Büste der Königin Nofretete, heute das Prunkstück des Ägyptischen Museums in Berlin. Sie ist ein gutes Beispiel dafür, wie in dieser Zeit die Gesichtszüge sehr individuell geformt wurden.
Die Religionspolitik Echnatons stieß aber auf den erbitterten Widerstand der Priester der zahlreichen Gottheiten, die nun verboten waren. Diese Priester, die wichtige Positionen im Staatsleben innegehabt hatten, waren nun plötzlich ihres Einflusses beraubt worden. Deshalb wurde der Versuch, den Ägyptern einen einzigen Gott aufzuzwingen, schon unter Echnatons Nachfolger wieder rückgängig gemacht.
Sein Nachfolger war sein Schwiegersohn Tutenchamun. Obwohl er nur zehn Jahre regierte und sehr jung verstarb, hat sein Grab ihn unsterblich gemacht. Es ist das einzige völlig unversehrt aufgefundene Pharaonengrab in Ägypten. 1922 wurde es von dem Engländer Howard Carter wieder entdeckt.
Es war mit unzähligen kostbaren Werken des Kunsthandwerks angefüllt: Möbel, Gefäße, Schmuckstücke, alles mit viel Gold verziert. Im Zentrum stand der Sarkophag mit der Mumie des Königs. Er bestand aus mehreren Schichten von Särgen, deren Materialien nach innen immer wertvoller wurden. Heute ist diese Grabausstattung eines der wichtigsten Exponate des Ägyptischen Museums in Kairo und war auch schon auf vielen Ausstellungen in aller Welt zu sehen.