Die Hieroglyphenschrift

Schon um 3000 v. Chr. begannen die Ägpter, Texte aufzuschreiben. Sie bedienten sich dabei der so genannten Hieroglyphen. Das Wort leitet sich aus einer griechischen Bezeichnung ab. Hieros bedeutet heilig und Glyphe heißt geritzt, meist in Stein. Das kommt daher, dass es sich meist um religiöse Texte handelte, die in Stein gemeißelt waren.
Die kompliziert anmutenden Schriftzeichen sind eine Kombination aus Bilder- und Lautschrift. Ein Zeichen kann einen Gegenstand darstellen, z. B. ein Haus, und dann auch die Bedeutung Haus haben. Darüber hinaus gibt es Zeichen, die für bestimmte Laute stehen, also unseren Buchstaben vergleichbar sind. Dabei wurden nur Konsonanten dargestellt, Vokale schrieb man nicht. Es wurde eine große Zahl von verschiedenen Zeichen entwickelt, mit denen auch komplizierte und inhaltsreiche Texte niedergeschrieben werden konnten.
Uns sind diese Texte vor allem in Inschriften auf Tempelwänden und in Gräbern erhalten. Eben weil die Schrift so bildhaft war, wurde sie regelrecht zur Verzierung verwendet und damit zu einem Teil der Bilder.
Daneben entstand eine Kurzschrift, die so genannte demotische Schrift. Sie wurde notwendig, da in der sehr bürokratischen ägyptischen Verwaltung vieles niedergeschrieben werden musste: Tributzahlungen, Abrechnungen für Steuern oder Personal, Warenverkehr. Dafür war die Hieroglyphenschrift viel zu umständlich.
Lange war es nicht möglich, die ägyptischen Texte zu entziffern. Dies ermöglichte erst ein sensationeller archäologischer Fund: der Stein von Rosette. Es handelt sich um eine Inschrift auf einem Basaltblock, die 196 v. Chr. verfasst worden war und 1799 wiedergefunden wurde. Es handelt sich um einen Text zu Ehren des Pharaos Ptolemaios V.
Das besondere ist nun, dass die Inschrift nicht nur in Hieroglyphenschrift und in demotischer Kurzschrift verfasst war. In einem dritten Textblock gab es eine Übersetzung in die Sprache der damaligen Herrscher Ägyptens, also ins Griechische.
Damit gelang es, die alte Bilderschrift zu entziffern und allmählich die vielen Texte in Tempeln und Gräbern lesen und verstehen zu können.