Das Neue Reich

Die Periode des Neuen Reiches begann im Jahr 1567 v. Chr., als der Pharao Ahmosis I. die Fremdherrschaft der so genannten Hyksos beendete. Etwa einhundert Jahre lang hatte dieses aus Vorderasien stammende Volk über Ägypten regiertDie Periode des Neuen Reiches begann im Jahr 1567 v. Chr., als der Pharao Ahmosis I. die Fremdherrschaft der so genannten Hyksos beendete. Etwa einhundert Jahre lang hatte dieses aus Vorderasien stammende Volk über Ägypten regiert
Es begann nun eine kulturelle Blüte, in der vor allem in der Architektur große Leistungen vollbracht wurden. Gewaltige Tempelanlagen entstanden in verschiedenen Teilen des Landes. In Karnak wurde ein Tempelkomplex für den Gott Amun errichtet. Zwischen steinernen Sphinx-Skulpturen und Obelisken führte eine Prozessionsstraße die Pilger zum Tempel hin. Das eigentliche Gotteshaus wurde immer wieder erweitert. Jeder Pharao bemühte sich, einen neuen Bauteil hinzuzufügen. So entstand im Laufe der Jahrhunderte eine riesige Anlage.
Eines der bekanntesten Monumente des Neuen Reiches ist der Grabtempel der Königin Hatschepsut in Deir el-Bahari. Um das Jahr 1480 v. Chr. wurde mit dem Bau begonnen. Der Bau erstreckt sich über mehrere Terrassen und ist weithin sichtbar. Teile des Gebäudes sind in den Felsen hineingegraben. Dort befindet sich auch der Bestattungsort der Königin.
Ein weiterer großer Grabtempel dieser Zeit liegt im oberägyptischen Abu Simbel an den Ufern des Nils. Er wurde für den Pharao Ramses II. errichtet. Die eigentlichen Tempelräume befinden sich auch hier im Felsinneren. Direkt aus der Felswand ist die Fassade mit vier riesigen Statuen des Königs herausgeschlagen. Beim Bau des Assuan-Staudammes drohte dieser eindrucksvolle Tempel in den Fluten des Sees zu versinken. In einer aufsehenerregenden Rettungsaktion wurden die riesigen Standbilder Block für Block aus dem Fels geschnitten und an höherer Stelle neu zusammengesetzt. Nicht nur kolossale Statuen entstanden in dieser Zeit. Die Wände der Tempel wurden auch mit Reliefs überzogen, die Szenen aus dem höfischen und religiösen Leben der Pharaonen zeigen.
Das Neue Reich war auch eine Hochzeit der Malkunst. Die Wände der Grabkammern von Königen und wohlhabenden Privatleuten waren über und über mit großen Gemälden bedeckt. In den fest versiegelten Räumen der Gräber haben sich diese Bilder bis heute erhalten. In großer Farbenpracht zeigen sie Szenen aus dem Leben der Verstorbenen: Handwerker bei der Arbeit, Bilder von der Jagd, königliche Beamte bei ihrer Verwaltungsarbeit, oder auch Kulthandlungen bei der Bestattung.
Diese Bilder, die oftmals auch noch beschriftet sind, geben uns einen tiefen Einblick vor allem in das Hof- und Wirtschaftsleben des pharaonischen Staates.