Die Spätzeit

Seit etwa 1080 v. Chr. endete die Zeit der eigenständigen Großmacht Ägypten. Das langgestreckte Land wurde geteilt. Herrscher aus Nachbarländern bestiegen den Pharaonenthron, aus Libyen oder aus dem südlich gelegenen Nubien, dem heutigen Sudan.
332 v. Chr. eroberte ein makedonisch-griechisches Heer unter Alexander dem Großen das Land. Er gründete an der Mittelmeerküste im Nildelta eine neue Stadt, die seinen Namen trug und noch heute ein wichtiges Zentrum ist: Alexandria.
Alexander ließ sich als neuer Pharao feiern und und wurde auch in der Tradition der alten ägyptischen Königsbildnisse dargestellt. Nach seinem Tod übernahm einer seiner Nachfolger, der Grieche Ptolemaios, die Herrschaft über Ägypten. Fast dreihundert Jahre lang regierten die Ptolemäer das Land. Ihr griechischer Hofstaat übernahm viele Elemente der Pharaonischen Königsverehrung und der ägyptischen Staatsreligion.
Alexandria wurde zu dem kulturellen Zentrum der damaligen Welt. Hier blühten Wissenschaften, Kunst und Philosophie. Es entstand die größte Bibliothek des gesamten Mittelmeerraumes.
Die letzte Königin dieser griechischen Dynastie war Kleopatra. Ihre Liebesbeziehungen zu den römischen Feldherren Julius Caesar und Marc Anton wurden zum Stoff der Weltliteratur. Nach Kleopatras Freitod im Jahr 30 v. Chr. fiel Ägypten als Provinz an das römische Reich.
Neuer Herrscher war nun der Kaiser Augustus. Aber auch jetzt lebte die ägyptische Kultur und Religion noch weiter. Statuen des Kaisers sehen anders aus als in Rom. Sie haben den Stil der alten Pharaonenbildnisse.
Dieser markante ägyptische Kunststil, der uns heute noch so begeistert, lebte bis ins 4. Jahrhundert n. Chr. weiter. Erst dann, als Ägypten teil des christlich-byzantinischen Reiches wurde, verschwand die eigenständige ägyptische Kunst, die sei nahezu dreieinhalb Jahrtausenden das Land am Nil geprägt hatte.