Zweite Zwischenzeit - Herrschaft der Hyksos (1640 – 1527 v. Chr.)

Die 13. Dynastie wird noch zum Mittleren Reich gerechnet, obwohl das Herrschaftsgebiet nach und nach zerfiel. Dies lag wohl am Fehlen überragender Persönlichkeiten, die das Reich hätten zusammenhalten können. In das Ende der zweiten Zwischenzeit fällt der Einfall der Hyksos. Hyksos bedeutet soviel wie "Häuptlinge der Fremdländer". Man weiß aber nicht genau um wen es sich eigentlich handelte. Die Hyksos waren kein einheitliches Volk. Sondern eine gemischte Völkergruppe unter der Führung von aggressiven Heerführern. Dem Einbruch war die stetige Unterwanderung des Nil-Deltas voraus gegangen. Vor allem der fruchtbare Boden der semitischen Nomaden- und Beduinenstämme lockte immer wieder Eroberer an. Der Einfall der Hyksos wurde durch Völkerverschiebungen in Mesopotamien und Kleinasien ausgelöst. Während dessen Verlauf besetzten die Kassiten Babylonien, die Churri gründeten das Mitanni-Reich und die Hethiter errichteten ihren Staat in Kleinasien. Diese Bergvölker wurden von einer indo-europäischen Oberschicht geführt und brachten die ganze vorderasiatische Welt in Bewegung. Syrische und palästinensische Volksteile stießen unter ihrem Druck nach Süden vor. Sie benutzten hier die Schwäche und Zersplitterung Ägyptens um mit Hilfe der dort sesshaften Stämme die Herrschaft für etwa 100 Jahre an sich zu reißen. Die Hyksos brachten Pferd und Streitwagen nach Ägypten und eine neue Art der Kriegsführung. Sie drangen bis in den Süden, wahrscheinlich bis nach Nubien vor. Man schließt daraus, dass unter den Hyksos indo-europäische Gruppen waren. Die Neuerung des Streitwagens und der Reiterei stammt mit Sicherheit aus den westasiatischen Steppengebieten, von denen aus die Indoeuropäer über den Kaukasus und den Iran nach Süden vordrangen.